Sonntag, Januar 29, 2017

Morgen ist heute schon gestern


Es ist schon etwas länger her, als ich eine Aussage aufgeschnappt habe, die mich seitdem her nicht mehr in Ruhe lässt und ich nun all meine Gedanken dazu aufschreiben möchte. Kennt ihr das nicht auch, wenn euch etwas so sehr beschäftigt? Ich weiß gar nicht mehr genau wo ich diesen Satz gehört habe, jeden falls ging es um diese Aussage: „heute ist ein Drittel meines Leben vorbei“.  Zuerst habe ich einen kleinen Schock bekommen und habe nachgerechnet, dass statistisch gesehen mit Mitte 20 ein Drittel des Lebens um ist. Irgendwie gruselig. Je länger ich über diesen Satz nachgedacht habe, wurde mir aber bewusst, dass man diese Aussage nicht unbedingt als negativ einstufen muss.
Es mag vielleicht ein Fakt sein, dass 25 Jahre meines Lebens schon vorbei sind, doch das heißt noch lange nicht, dass mich das traurig oder depressiv machen sollte. Genauer gesehen habe ich die Chance bekommen mein Leben zu gestalten und es in vollen Zügen zu leben. In den 25 Jahren hatte ich die beste Zeit meines Lebens, ich habe so viel erlebt und habe sowohl positive als auch negative Erfahrungen gesammelt, die zum Leben nun mal dazu gehören und die mich zu dem Menschen machen, der ich heute bin. In dem ersten Drittel meines Lebens habe ich die Chance, mich zu dem Menschen zu machen, der ich sein will. Wir haben quasi
 die Qual der Wahl, welchen Weg wir einschlagen möchten und bekommen jeden Tag neue Chancen und es liegt ganz allein an uns, welche wir davon nutzen.

Worauf wartest du?
Nutzen wir eigentlich alle Chancen die wir bekommen oder fehlt uns oftmals der Mut?  Wie viele von uns springen noch ins kalte Wasser? Wer hat noch den Mut gegen den Strom zu schwimmen?

Jetzt oder nie
Ich unterhalte mich oft mit meiner besten Freundin darüber, dass wir quasi verdammt dazu sind fünf Tage die Woche morgens mit schlechter Laune aufzustehen, zur Arbeit zu gehen und uns sehnsüchtig auf das Wochenende zu freuen. Fast nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘ . Was ist das für ein Leben, wenn wir uns an das Wochenende krallen als wäre es Gold wert, als wären es die einzige Tage an denen wir leben würden? Wieso nutzen wir nicht unsere Zeit viel sinnvoller? Ist das das Leben was ich leben möchte? Es sind immer die gleichen Ausreden: kein Geld, keine Zeit, keine Kraft, keine Lust, kein Mut. Richtig – KEIN MUT!! Es wird immer ein ABER geben, wenn wir in den tiefsten Ecken nach Ausreden graben. Wir sollten anfangen uns das ABER zu verbieten, es weder zu denken noch auszusprechen. 

Bin ich zufrieden?
Wenn wir uns still und heimlich die Frage stellen, ob wir hier uns jetzt mit unserem Leben zufrieden sind, hoffe ich, dass die Mehrheit ja sagt. Doch wie realistisch ist das, wenn wir in die Gesichter anderer schauen? Und was ist, wenn ich diese Frage für mich selber mit nein beantworte? Hab ich das Geld, die Zeit, die Kraft, die Lust und den Mut es zu ändern? Oder bin ich wieder mal zu faul dafür und nehme es so hin? Ich habe gemerkt, dass leider viele immer noch die Ansicht haben, dass deren perfektes Leben auch meine Ansicht eines perfekten Lebens sein muss. Für viele hat ein vollkommendes Leben einen roten Faden, von dem man nicht abweichen darf: nachdem ich meine Kindheit mehr oder minder genossen habe, muss ich die Schule mit den besten Noten durchziehen und nach meinem Abitur (welches ich nicht schlechter als mit einer Note von 1,9 abschließen darf) fange ich im schlimmsten Fall eine Ausbildung an und im besten Fall studiere Jura, Medizin oder Psychologie. Natürlich bekomme ich sofort nach meinem Studium einen gut bezahlten Job, heirate meine langjährige Beziehung, gründe eine Familie und baue ein Haus. Äähh und dann? Uuuuunnnnddd daaaaannn????

Und dann realisieren wir, dass das Hier und Jetzt an uns vorbei rast ohne, dass wir es wahrnehmen.
Das ist nicht mein Leben, das sind nicht meine Ansichten eines vollkommenden Lebens. Das mögen vielleicht deine oder eure  sein und das ist gut so. Ich habe doch das Recht mein Leben so zu gestalten wie ich es möchte – oder? Natürlich finde ich einen guten Abschluss und eine  Job wichtig, doch Geld ist nicht alles im Leben, auch wenn es so scheint. Ich möchte Spaß haben und das Tag für Tag, Momente genießen können ohne schlechtes Gewissen zu haben. Ich möchte reisen und die Welt sehen, selbst entscheiden wo ich lebe und wie lange ich an einem Ort bleibe. Ich möchte ich selbst sein, ohne mich dafür schämen zu müssen. Lachen und Leben – das ist mein roter Faden.

Spring ins kalte Wasser
Das Leben bringt viele Verpflichtungen und Regeln mit sich, die uns manchmal das Gefühl entreißen frei zu sein. Doch Absicherungen helfen auch dabei nicht. Wenn ich ein Ziel oder eine Idee im Kopf habe, könnte ich zuerst eine Pro und Contra Liste erstellen und sehe schnell, dass sich die Contra Seite mit vielen Punkten füllen lässt - kein Geld, keine Zeit, keine Kraft, keine Lust, kein Mut. Es kann immer alles schief gehen, das habe ich selbst erlebt. Obwohl ich mich auch in manchen Situationen abgesichert habe und auf Nummer sicher gegangen bin, ist ebenfalls einiges schief gelaufen- na und? Doch würde ich nicht ins kalte Wasser springen und es nicht versuchen, würde ich zu Hause sitzen und das Leben führen, das mich unzufrieden macht. Und schneller als ich gucken kann ist nicht nur ein Drittel meines Lebens vorbei sondern schon die Hälfte oder sogar mehr. Egal wie viel schief gehen wird, egal wie viele Punkte auf der Contra Seite stehen und egal ob ich bemerke ich bin einen falschen Weg gegangen – ich habe immer einen spontanen Plan B. Denn wir müssen uns an keinen fremden roten Faden fesseln, sondern realisieren, dass wir unser und zwar nur unser eigenes Leben in den Händen halten und unsere Entscheidungen treffen. Solange wir andere akzeptieren, werden auch wir akzeptiert und toleriert.


Heute ist ein Drittel meines Lebens vorbei.
Morgen ist heute schon gestern.
Worauf wartest du? Spring ins kalte Wasser – jetzt oder nie!!

Was sind eure Ansichten zu diesem Thema?


Salute, Sarah ♥




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